Der fischer aus schottland

♥️Heute kamen wir mit einem Mann aus Schottland ins Gespräch. Wir erzählten uns von kleinen und großen Reisen durch sein Land, und irgendwann fragte ich ihn, wie er denn seine Tage in Schottland verbringt. Er arbeitet auf einem Fischerboot. Nicht auf einem kleinen Boot, wie ich es mir zunächst vorgestellt hatte. Sein Schiff ist 70 Meter lang. Die Netze, die sie durch das Meer ziehen, sind bis zu 600 Meter lang. Und an einem einzigen Tag können sie 1,4 Millionen Kilogramm Makrelen fangen. 

Ich war fasziniert. Von der Größe des Schiffes, von der Technik, von der Vorstellung, wie diese riesigen Netze durch das Meer gleiten. Und gleichzeitig machte mich der Gedanke traurig, dass wir Menschen in nur einer Nacht eine ganze Makrelenfamilie aus dem Meer holen können.

Je länger er erzählte, desto mehr veränderte sich seine Stimme. Da war Stolz.

Schon die Männer vor ihm in seiner Familie waren Fischer gewesen. Väter, Großväter, vielleicht noch Generationen davor. Und nun ist er es, der diese Tradition weiterträgt. Er holte sein Handy hervor und zeigte mir Fotos und Videos vom Schiff, vom Meer und von seiner Arbeit. Während er erzählte, hatte ich das Gefühl, dass es ihm Freude machte, dass da jemand war, der wirklich wissen wollte, wie sein Leben aussieht. Jemand, der staunte, Fragen stellte und ihm einfach zuhörte.

Vielleicht sollten wir genau das viel häufiger tun. Einem Menschen unsere ganze Aufmerksamkeit schenken und ihn erzählen lassen. Denn fast jeder trägt eine Geschichte mit sich herum, die es wert ist, gehört zu werden.

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